16.06.2020
 

WEBINAR: Future of Work Experten Talk: Generation Management und Leadership in Krisenzeiten

Unser Arbeitsleben hat sich in den letzten Monaten schlagartig verändert. Viele sind noch immer, zumindest einige Tage in der Woche im Homeoffice und die verschiedenen Generationen gehen unterschiedlich mit den neuen Arbeitssituationen um. Darum hatten wir heute Dr. Peter Tavolato zu Gast, der sich schon lange mit aktiven Generation Management und Leadership auseinandersetzt. Wie sieht gute Führung auf Distanz aus? Was für unterschiedliche Anforderungen haben die unterschiedlichen Generationen? - All das besprachen wir in unserem Future of Work Experten Talk.

 

>> Hier geht's zu den Webinar-Slides von Peter Tavolato <<

 

Das sinnvolle Führen ist eine vielfältige Herausforderung. Dr. Peter Tavolato, seines Zeichens Generationen-Management Experte, Coach und Organisationsberater, betonte gleich zu Beginn des Webinars, dass es hierfür eines interaktiven Generationsmanagements bedarf. Denn sinnvolles Führen kann für die verschiedenen Generationen komplett unterschiedlich aussehen. Zudem sind die Führungsmethoden bzw. Herangehensweisen branchenspezifisch.

In Zeiten, wo Führung auf Distanz angesagt ist

Dr. Peter Tavolato teilte die Generationen in vier Zeitspannen ein:

  • Babyboomer (geboren 1948 bis 1962)
  • Generation X (geboren 1963 bis 1977)
  • Generation Y (geboren 1978 bis 1995)
  • Generation Z (geboren 1996 bis 2005)

Während der COVID-19-Krise schickten etliche Unternehmen ihre Angestellten ins Homeoffice. Für den Experten Dr. Tavolato verlangt diese bahnbrechende Wendung ein neues Denken. Es ist eine Riesenchance, neue Erfahrungen zu sammeln. Bezüglich der Führungsstile und Führungskompetenzen brauchen die einzelnen Generationen besonders in Krisenzeiten eine auf sie zugeschnittene Betreuung.

Unterschiedliche Bedürfnisse in der Arbeitswelt!

Dr. Peter Tavolato sprach im Zuge des Webinars von den unterschiedlichen Bedürfnissen. Wo genau können diese in Bezug auf die Generationen beobachtet werden? Zum einen geben Verhaltensweisen sowie Erwartungen der Geführten und der Leaderships einen konkreten Anhaltspunkt. Zum anderen, wo und wie sich die MitarbeiterInnen und die Führungsleute im Unternehmen stehen sehen. So ist die Mitarbeiterführung in Krisenzeiten deutlich schwerer. Es fehlt nämlich aufgrund des Arbeitsplatzes in den eigenen vier Wänden der berufliche und soziale Kontakt – von Mensch zu Mensch. 

Support und Entscheidung

Alle vier Generationen sind gleichermaßen verpflichtet, ihre Leistungen zu bringen. Dennoch gehen sie mit unterschiedlichen Einstellungen, Bedürfnissen, Haltungen, Motivationen sowie mit einem anderen Verantwortungsgefühl an ihre Arbeit heran. Das Alter und der Charakter, die gesammelten Erfahrungen und natürlich auch der Stand der Karriereleiter spielen bezogen auf die Arbeitsmentalität, die persönlichen Wünsche und Ziele sowie auf die Zukunftsperspektiven im Betrieb eine entscheidende Rolle.

Was alle jetzt brauchen

Der Kontakt, so Dr. Tavolato, ist generationsübergreifend von höchster Relevanz. Die Stimmung des Gegenübers ernst zu nehmen, ist eine Grundvoraussetzung. Emotionen auf beiden Seiten dürfen nicht einfach weggeredet werden. Führungskräfte und die Mannschaft sollten insbesondere in schwierigen Zeiten an einem Draht ziehen. Führungskräfte haben die Aufgabe, den Angestellten eine Orientierung zu bieten. Eine Struktur und einen Ausblick zu geben, ist für die Arbeitenden in der Firma eine große Unterstützung. Alle arbeitenden Menschen sind auf Support und Entscheidung angewiesen. Führende Personen sollten das Engagement der MitarbeiterInnen würdigen, zugleich aber auch ihre Erwartungen klar und verständlich zum Ausdruck bringen. 

Essenzielles beim Führen in der Krise

Babyboomer benötigen eine angemessene Wertschätzung. Sie brauchen das Gefühl, „gebraucht zu werden“. Es gilt, ihre Krisenerfahrung zu nutzen, sie bringen oftmals Zeit und Geduld für Veränderungen mit. In den digitalen Medien sind sie oft auf Unterstützung angewiesen.

Die Vertreter der Generation X arbeiten häufig gerne selbstständig und bringen dabei einen hohen Einsatz mit. Dieser Generation sollten die Führungsleute verstärkt Perspektiven aufzeigen.

Bei jenen, welche der Generation Y angehören, liegt die Gefahr darin, dass sie schnell überfordert werden. Andererseits sind sie auch in der Position, Ältere im IT-Bereich (Wissenstransfer) zu fördern. Leaderships können die Veränderungsbereitschaft dieser Generation für innovative Projekte oder Strukturveränderungen optimal nutzen.

Die jungen Leute der Generation Z brauchen seitens der Führenden eine hohe Aufmerksamkeit. Monitoring statt einer klassischen Führung ist empfehlenswert. Junge Menschen sind auf viel Feedback angewiesen und wollen sich im Betrieb auf Augenhöhe beteiligen bzw. einbringen können.

 

Fazit aus dem Webinar zur modernen Arbeitssituation:

Die Corona-Krise hat die Solidarität der Generationen sehr gefordert. Der in unserem Webinar geladene Gast, Dr. Peter Tavolato, weihte die TeilnehmerInnen ein, worauf es beim Generationen Management ankommt. Die Zusammenarbeit der Generationen wird in der Arbeitswelt 4.0 in Zukunft eine immer wichtigere Rolle spielen. Nicht nur aufgrund von globalen Ereignissen wie der Covid-19-Pandemie, sondern auch im Hinblick auf demographische Entwicklungen.


Q&A zum Online Webinar "Generation Management und Leadership in Krisenzeiten"
 

Frage: Was für einen Führungsstil bedarf es in Zeiten des vermehrten Homeoffice?

Antwort: Führungsstile gibt es viele. Ich denke dass ein auf Vertrauen basierender Führungsstil hilft. Es sollten klare Ergebnisse vereinbart werden und keine „Zeitvereinbarungen“. Führung ist Dienstleistung um andere erfolgreich zu machen!


Frage: Vertrauen ist Gut, Kontrolle ist besser – was halten Sie von diesem Spruch?

Antwort: Kontrolle ist nur dann möglich, wenn man klare Vereinbarungen getroffen hat. Somit sollten klare Leistungserwartungen und Leistungsvereinbarungen mit den Mitarbeitern getroffen werden.


Frage: Wenn Sie Unternehmen beraten, was ist der häufigste Fehler im Generationenmanagement?

Antwort: Ein Fehler: Die „Selbstähnlichkeit“ – oftmals denken ältere Menschen dass das was sie motiviert auch jüngere Mitarbeiter motiviert – das ist ein Fehler! Ein weiterer Fehler ist nicht neugierig bzw wertschätzend auf andere Generationen zugehen.


Frage: Oftmals hört man dass die jüngeren Generationen fauler seien als die älteren, wie kommt es dazu?

Antwort: Vermutlich da ältere Generationen zum Teil einen anderen Leistungsbegriff haben bzw ein anderes Verständnis was Leistung ist. Jüngere Generationen nehmen sich Freiheiten heraus die sich ältere Generationen gerne genommen hätten, aber sich nicht getraut haben. Viele der jüngeren Generationen sind gut gebildet, selbstbewusst und sind oftmals wegen der 1 Kind Politik auch finanziell abgesichert. Der Existenzdruck ist hier natürlich nicht so groß wie bei älteren Generationen damals.


Frage: Sind jüngere Generationen, besser auf die zukünftige Arbeitssituation eingestellt als ältere?

Antwort: Schwer zu sagen! In manchen Bereichen denke ich ja, zum Beispiel etwas Neues zu probieren. Jedoch beim Durchhalten von schwierigen Zeiten sehe ich eher ältere Generationen im Vorteil.


Frage: Werden sich Länder mit älteren Führungspersönlichkeiten anders entwickeln als jene mit jungen? Beispiel: Amerika – Österreich

Antwort: Es hängt vom Einfluss dieser Führungskräfte ab. Ich vermute JA! Dennoch muss man aufpassen, die österreichische Gesellschaft ist recht alt. Ein guter Mix von älteren und jüngeren Persönlichkeiten ist vermutlich der erfolgversprechendste.

 

Über Dr. Peter Tavolato | Generationen-Management Experte, Coach & Organisationsberater: 
Dr. Peter TavolatoMit 28 Jahren Beratungserfahrung, davon 17 in einem großen Beratungshaus (Miteigentümer, Senior Projektleiter und Mitglied des Management Bords), konzentriert sich Peter Tavolato heute auf die Unterstützung und Entwicklung von Führungskräften und Menschen in Veränderung. Als systemischer Organisationsberater, Moderator, Executiv Coach, Vortragender und Trainer gestaltet und begleitet er maßgeschneiderte Entwicklungs- und Lernprozesse für Organisationen, Führungskräfte und MitarbeiterInnen von Profit und Non-Profit-Organisationen. Fokus seiner Arbeit ist die gezielte Entwicklung der Organisation und die Verbesserung von Führung und der Zusammenarbeit von Menschen im Berufsalltag.Seine Aufmerksamkeit gilt auch besonders dem Generationen-Management d.h. dem Zusammenspiel der unterschiedlichen Generationen am Arbeitsplatz und die daraus resultierenden Konsequenzen für Führungskräfte und Teams. Zu diesem Themenkreis hält er Vorträgen, publiziert und unterstützt Führungskräfte und Teams vor Ort. Seit 2017 unterrichtet er an der FH-Wr.Neustadt im Masterstudium Organisationsberatung.
>> peter@tavolato.com


 

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